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TIPP DER REDAKTION

Betriebliche Altersvorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für viele immer noch die wesentliche Säule zur finanziellen Absicherung des Lebensstandards im Alter. Vergessen wird hierbei häufig, dass das Renteneintrittsalter steigt und bei vorgezogenem Renteneintritt Rentenabschläge in Kauf genommen werden müssen. Hinzu kommt, dass durch den demographischen Wandel immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Unter diesen Aspekten sollte nicht allein auf die umlagenfinanzierte gesetzliche Rente gebaut werden, denn viele Rentner erleiden sonst finanzellen Schiffbruch im Alter - Altersarmut droht!

Zwei weitere wichtige Säulen der Altersvorsorge sind deshalb die betriebliche Altersvorsorge (kurz: bAV) und die private Vorsorge. Bei der betrieblichen Altersvorsorge sagt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Leistungen der Altersvorsorge, Invaliditätsvorsorge oder Hinterbliebenenversorgung zu. Die betriebliche Altersvorsorge leistet einen wesentlichen Beitrag, um die Rentenlücke im Alter zu schließen und die Rentner nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben finanziell abzusichern.

Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge nach dem Betriebsrentengesetz

Der Gesetzgeber hat seit dem 01. Januar 2002 eine Regelung geschaffen, nach der alle Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, einen Anspruch auf Umwandlung eines Teiles ihres Gehaltes zu Gunsten einer betrieblichen Altersvorsorge haben. Kein Arbeitgeber kann also seinen Mitarbeitern rechtens eine betriebliche Altersvorsorge verwehren. Der Arbeitgeber hat allerdings das Sagen bei der Auswahl des sog. Durchführungsweges. Entscheidet sich der Arbeitgeber für einen bestimmten Durchführungsweg und gar für einen bestimmten Anbieter, so ist der Arbeitnehmer an diese Wahl gebunden. In der Metall- und Elektroindustrie haben sich beispielsweise viele Unternehmen für die MetallRente als Versorgungswerk für die betriebliche Altersvorsorge entschieden.

Der Höchstbetrag, den Arbeitnehmer vom Brutto in eine Betriebsrente umwandeln können, errechten sich aus 4% der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (BBG-RV). 2012 waren dies jährlich maximal 2.688 €, in 2013 2.784 €. Diese Bruttoentgeltumwandlung ist auch bekannt als Eichel-Förderung und stellt die Beiträge für die bAV steuer- und sozialversicherungsfrei. Die späteren Leistungen werden dann nachgelagert versteuert. Umgewandelt werden können in der Regel folgende Entgeltbestandteile:

  • zusätzliches Urlaubsgeld
  • Weihnachtsgeld
  • Teile des monatlichen Gehalt
  • altersvorsorgewirksame Leistungen

Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge

Folgende Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge stehen zur Verfügung:

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktzusage
  • Unterstützungskasse

Der wohl geläufigste Durchführungsweg ist die Direktversicherung, bei der der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer eine Lebensversicherung abschließt, die zum Rentenbeginn entweder als lebenslange monatliche Rente oder als Kapitalabfindung ausgezahlt wird. Durch die Versicherung auf das Leben verschafft diese Form der betrieblichen Altersvorsorge auch den Hinterbliebenen ein Bezugsrecht.

Gesetzliche Portabilität der betrieblichen Altersvorsorge

Damit der Arbeitnehmer bei Arbeitgeberwechseln im Laufe seines Arbeitslebens nicht mehrere Versorgungen abschließen muss, verschafft das Betriebsrentengesetz unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Übertragung der Versorgung. Somit ist eine betriebliche Altersvorsorge selbst für Auszubildende attraktiv, auch wenn diese noch gar nicht sicher wissen ob sie übernommen werden. Hinzu kommt, dass viele Azubis bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) von ihrem Arbeitgeber als Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge erhalten.