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TIPP DER REDAKTION

Einkommensteuertipps

Das Einkommensteuerrecht ist sehr komplex und wird häufig geändert. So gibt es viele Dinge die Sie beachten müssen, um durch wichtige Angaben Steuern zu sparen.

Werbungskosten anrechnen, Steuern sparen. So lautet die Devise. Arbeitnehmer müssen auf den "Nettobetrag" ihres Einkommens Steuern zahlen. Den Bruttolohn dürfen sie vorher mit berufsbedingten Kosten belasten, den sogenannten Werbungskosten. Deutlich muss nur sein, dass die abgezogenen Beträge auch tatsächlich beruflichen, und nicht privaten Zwecken zuzuordnen sind. Ausgaben für Kleidung sind nur steuerlich absetzbar, wenn die Kleidung auch tatsächlich zur typischen beruflichen Ausstattung gehört. Dazu gehören beispielsweise die Sicherheitsschuhe für den Bauarbeiter, nicht aber die High Heels für die Verkäuferin. Auch Kittel für Arzt oder Chemiker und Talar für den Richter sind von der Steuer absetzbar. Das Sommerkleid oder die Jeans für den Privatgebrauch hingegen können nicht abgezogen werden. Gebrauchsgegenstände, die privat und beruflich genutzt werden, können durch entsprechende Berechnungen ebenso teilweise, oder je nach Anteil der privaten Nutzung, ganz von der Steuer abgesetzt werden. Die Werbungskostenpauschale schließt Beträge unter 1.000€ aus - das bedeutet, dass Sie Gesamtkosten unterhalb dieser Grenze nicht absetzen dürfen. Kommen Sie über die 1.000€, ist es wichtig, dass Sie immer alle Belege sammeln, um später vor dem Finanzamt nicht in Erklärungsnot zu geraten. Denn jährlich zum Jahresende wird die Einkommensteuer fällig. In Ihr muss jeder Steuerpflichtige die bezogenen Einkünfte vom abgelaufenen Steuerjahr aufführen, damit die Steuer berechnet werden kann. Grundlegend hierfür ist Ihre Mitwirkung an der Einkommensteuererklärung. Nach Bekanntgabe des Steuerbescheids können Ihnen Überschusszahlungen ausgezahlt werden.

Sind Sie Arbeitnehmer und beziehen Ihren Lohn aus nichtselbstständiger Arbeit, besitzen Sie eine Lohnsteuerkarte, auf der alle wesentlichen Angaben zu Ihrer Person stehen. Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen anhand dieser Angaben eine Lohnsteuerbescheinigung aus, welche dann wiederum Sozialabgaben und vorausgezahlte Lohnsteuer beinhaltet. Diese Beträge benötigt das Finanzamt für die Steuererklärung.

Als Freiberufler müssen Sie Umsatz- und Einkommensteuer zahlen. Von der Gewerbesteuer hingegen sind Sie befreit, da Sie kein Gewerbetreibender sind. Selbstständige müssen vom Finanzamt einer Einkunftsart zugewiesen werden. Gewerbetreibende haben hiernach Einkommen- und Gewerbesteuer zu zahlen.

Möglichkeiten Steuern zu sparen eröffnen sich aber auch durch einen Firmenwagen plus laufende Kosten. Dafür ist grundlegend, zu welcher Vermögensart der Wagen gehört. Demnach wird der Anteil berechnet, für den Sie privat aufkommen müssen. Ein neues Auto können Sie über sechs Jahre abschreiben, ein vorhandenes kann dem Betriebsvermögen angerechnet, und dann abgeschrieben werden. Verkaufen Sie den Pkw, müssen Sie Umsatzsteuer zahlen.

Beträgt die betriebliche Nutzung des Fahrzeuges mehr als 50%, müssen Sie nach der 1%-Methode Abgaben für den Privatanteil leisten, wenn Sie kein Fahrtenbuch führen. Nutzen Sie Ihren Geschäftswagen selten privat, zahlt es sich also aus, ein Fahrtenbuch zu führen. Tankquittungen, Werkstattrechnungen oder weitere Belege sind aufzubewahren, da Sie später von Betriebsprüfern kontrolliert werden.

Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, die Kosten der betrieblichen Nutzung als Betriebsausgaben geltend zu machen, während der Wagen im Privatvermögen bleibt. So können Sie 0,30€ pro gefahrenem Kilometer für betriebliche Zwecke absetzen. Wird Ihr Pkw nur bis zu 50% beruflich genutzt und möchten Sie Ihn nach wenigen Jahren wieder verkaufen, ist das die lohnendste Variante. So können Sie den Gewinn für sich behalten.

Weitere gewinnbringende Methoden ergeben sich durch Abschreibungstechniken. Zum einen gibt es die Sonderabschreibung, welche Ihnen die Möglichkeit einräumt, 20% der Kosten zur Anschaffung eines Gutes innerhalb der ersten fünf Jahre gewinnmindernd anzurechnen. Die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG), bei der schon im ersten Jahr der komplette Kaufpreis eines Gutes, das mehrere Jahre genutzt wird, abgeschrieben werden kann, ist eine weitere Technik. Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) beschreibt eine Rücklage, die Sie schon vor Erwerb eines Wirtschaftsgutes aufstellen dürfen. Dabei können Sie ab drei Jahren vor Kauf bis zu 40% der Gesamtkosten beiseitelegen. Besonders bei hohen Kosten sparen Sie so sehr viel an Steuern ein. Gibt es im Endeffekt jedoch keine Neuanschaffung, müssen Sie das Angesparte in dem Jahr versteuern, in dem Sie mit der Rücklage angefangen haben. Dabei haben Sie aber den Vorteil, dass Sie keine Zinsen zahlen müssen.

In jedem Fall ist es grundlegend wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Steuererklärung befassen und sich Zeit nehmen, um alle Angaben wahrheitsgemäß aufzuführen und Ihre Vorteile zu nutzen.

In verschiedenen Bundesländern ist es möglich, eine vereinfachte Einkommenssteuererklärung abzugeben. Sind Sie mit Ihrem Ehepartner gemeinsam veranlagt, oder haben Sie nur steuerfreie Leistungen wie Mutterschaftsgeld oder Arbeitslosengeld bezogen, können Sie Fahrtkosten (zwischen Heim und Arbeit sowie Dienstreisen oder Fahrten zu Bewerbungsgesprächen), Arbeitsmittelkosten, Fortbildungskosten und Berufsausbildungskosten oder Bewerbungskosten als Werbungskosten absetzen. Auch Gewerkschaftsbeiträge, Kosten der Kontoführung oder Sonderausgaben wie Beiträge zur Sozialversicherung, einer Renten-, Lebens- oder Pflegeversicherung können Sie in einer vereinfachten Steuererklärung geltend machen. Dazu zählen ebenso Kirchensteuer, Spenden oder Kosten zur Steuerberatung. Besondere Belastungen durch Behinderung, Krankheit oder Scheidung können Sie ebenfalls eintragen.

Einkünfte aus Vermietung, Renten oder Kapitalanlagen schließen eine vereinfachte Steuererklärung jedoch aus.

Die Abgabe der Steuererklärung gestaltet sich einfacher, wenn Sie ein Steuerprogramm oder eine spezielle Steuersoftware benutzen. Die elektronische Einkommensteuererklärung kann von Ihrem Finanzamt einfacher bearbeitet werden, wodurch Ihnen Überschusse schneller zurückerstattet werden könnte.

Um Steuern zu sparen folgen nun 20 Tipps, die Sie für Ihre nächste Steuererklärung bestimmt nutzen können:

Tipp 1: Pendlerpauschale. Entstehen Ihnen Kosten auf dem Arbeitsweg, können Sie diese mit 0,30€ pro gefahrenem Kilometer in der Steuererklärung aufführen.

Auch Kosten für Unfälle, die auf dem Arbeitsweg passiert sind, können als Werbungskosten abgesetzt werden. Werden die Kosten vom Arbeitgeber erstattet, sind sie sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtig.

Tipp 2: Verpflegungskosten. Bei einer berufsbedingten Abwesenheit ab acht Stunden haben Sie die Möglichkeit Verpflegung von der Steuer abzusetzen. Ab acht Stunden würde sich der Betrag auf 6,-€, ab 14 Stunden auf 12,-€ und ab 24 Stunden auf 24,-€ belaufen. Erstattet Ihr Arbeitgeber Ihnen diesen Aufwand, müssen Sie dies selbstverständlich anrechnen.

Tipp 3: Doppelte Haushaltsführung / Zweitwohnsitz. Kosten durch doppelte Haushaltsführung, die Ihnen aufgrund einer arbeitsbedingten Zweitwohnung entstehen, können Sie als Werbungskosten notieren. Dazu gehören neben den Kosten für den Zweitwohnsitz auch Kosten für eine Familienheimfahrt pro Woche, zu berechnen mit 0,30€ pro gefahrenem Kilometer. Auch Verpflegung dürfen Sie in den ersten drei Monaten für volle Tage mit 24€, für halbe Tage (Tage, an denen Sie nach Hause fahren oder von zu Hause zurückkommen) mit 12€ belegen.

Tipp 4: Umzugskosten. Müssen Sie aus beruflichen Gründen umziehen, können Umzugskosten als Werbungskosten in der Anlage N vermerkt werden. Eine Neuanstellung, ein Umzug in eine Dienstwohnung, der Wechsel Ihres Arbeitgebers oder eine deutliche Verkürzung Ihrer Fahrtzeit bzw. der Wechsel von Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel oder auf das Laufen zur Arbeit, befähigt Sie zur Absetzung der Kosten als Werbungskosten. Durch Versetzung haben Sie einen Anspruch gegenüber Ihrem Arbeitgeber.

Tipp 5: Instandhaltungskosten. Handwerkerrechnungen können bis zu 3.000€ in einem Privathaushalt angegeben werden.

Tipp 6: Kinderbetreuung. Werden Ihnen Kindergartenzuschüsse zu Ihrem Arbeitslohn gewährt, können diese steuerfrei an Sie ausgezahlt werden. Diesen Punkt sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Kinderbetreuungskosten können zu zwei Drittel pro Kind bis 14 Jahre mit maximal 4.000€ jährlich angegeben werden. Der Anlass der Kinderbetreuung spielt keine Rolle. Bei behinderten Kindern gibt es keine zeitliche Grenze, wenn die Behinderung schon vor dem 25. Lebensjahr des Kindes besteht.

Tipp 7: Behinderte. Bei Behinderungen von Ihnen oder Ihrem Kind können Sie einen Behindertenpauschalbetrag geltend machen, oder Einzelnachweise in der Erklärung eintragen.

Dieser Pauschalbetrag orientiert sich am Grad der Behinderung. Sind die Einzelnachweise niedriger als der Pauschalbetrag, ist es lohnend letzteren zu nutzen.

Tipp 8: Krankheitskosten. Krankheitskosten können Sie, wenn Sie sich bis zu einem bestimmten Betrag selbst beteiligt haben, ebenfalls in Ihrer Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung angeben. Dazu zählen neben den Praxisgebühren auch alle anfallenden Gebühren wie die Fahrtkosten zum Arzt oder Krankenhaus, Kosten für Medikamente oder sogar Scheidungskosten.

Tipp 9: Beitragszahlungen. Zahlen Sie Beiträge an eine Gewerkschaft oder Berufsverbände, können Sie diese in der Anlage N als Werbungskosten nennen. Bis zu ca. 100€ sind die Zahlungen bei vielen Finanzämtern nicht zu belegen, wenn die Gewerkschaft oder der Verband namentlich in der Steuererklärung genannt wird.

Tipp 10: Spendenbeiträge. Spenden Sie, können Sie diese mit Nachweis von der Steuer absetzen. Ohne Belege werden für Singles 50,-€ und für Ehepaare 100,-€ pauschal akzeptiert.

Tipp 11: Kirchensteuer. Die Kirchensteuer können Sie jährlich von Ihrer Steuer absetzen.

Tipp 12: Arbeits- und Berufsbekleidung. Arbeitskleidung, also Kleidung, die Sie ausschließlich und nachweislich für Ihre Arbeit gebrauchen, können Sie von der Steuer absetzen.

Ebenso können Sie die Reinigungskosten für Ihre Arbeitskleidung durch die Vorlage von Belegen als Werbungskosten anführen. Waschen Sie Ihre Arbeitskleidung privat, erlauben Finanzämter eine pauschale Rechnung auf über 134,-€, die sich aus 48 x 3kg x 0,93€ zusammensetzt.

Tipp 13: Arbeitsmittel. Arbeitsmittel können Sie in der Anlage N pauschal mit 110,-€ ohne Quittungen in die Einkommensteuererklärung eintragen. Höhere Kosten Ihrer Arbeitsmittel sind zu belegen.

Zu den Arbeitsmitteln gehören alle für Ihren Beruf typische Dinge wie Werkzeuge, Büroutensilien oder Fachliteratur. Auch Kopierer, Laptop-Tasche oder Bücherregal können zu Arbeitsmitteln gerechnet werden. Um Arbeitsmittel anrechnen zu lassen ist ein Arbeitszimmer nicht notwendig.

Tipp 14: PC, Handy etc. Die Neuanschaffung eines PCs können Sie zu 50% von der Steuer absetzen, wenn Sie diesen zu beruflichen Zwecken nutzen. Zu erwähnen ist dies in der Anlage N und auf drei Jahre aufzuteilen, wenn der Computer mehr als 410€ ohne Umsatzsteuer (487,90€ mit 19% USt) gekostet hat. Hat der PC weniger gekostet, ist er vollständig in einem Jahr absetzbar. So verhält es sich auch mit allen Geräten, die ohne einen PC nicht genutzt werden können; Scanner, Drucker oder Monitor. Die Hardware wird zusammen mit dem PC abgesetzt. Auch hier gelten die Grenzen; beträgt der gesamte Rechnungsbetrag mehr als 410€, sind die Kosten zu dritteln.

Benutzen Sie Ihren PC auch privat, müssen Sie deutlich machen, dass Sie ihn mindestens zu 50% beruflich nutzen, um wenigstens die Hälfte der Ausgaben geltend machen zu können. Eine schriftliche Bescheinigung des Arbeitgebers ist von Vorteil, sonst wird von einer Nutzung zu gleichen Teilen ausgegangen.

Diese Regelungen betreffen nicht nur dem Computer, sondern auch das Notebook, den Laptop, Tablet und Handy. Ebenso ist Verbrauchsmaterial wie beispielsweise Papier abzugsfähig. Auch Internet- und Telefongebühren durch berufliche Nutzung können monatlich bis zu 20€ ohne Belege angegeben werden.

Kosten betreffend der Weiterbildung mit PC werden komplett vom Finanzamt anerkannt, sofern die Kurse mit dem Beruf in Verbindung stehen. Bescheinigungen der Kurse und des Arbeitgebers sind von Vorteil.

Tipp 15: Bewerbungskosten. Alle Kosten, die in Verbindung mit einer Bewerbung entstehen, können in der Anlage N als Werbungskosten belegt werden. Dazu gehören Kosten für Anzeigen, Porto, Telefon, Kopien, Beglaubigungen, Bewerbungsmappen und Passfotos, sowie Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen (0,30€/gefahrenem Kilometer).

Tipp 16: Fortbildungskosten. Das Erststudium oder die erste Ausbildung können als Sonderausgaben angegeben werden. Ein Zweitstudium, die Promotion oder Fortbildungskosten, die beruflich bedingt sind, können als Werbungskosten abgesetzt werden.

Dazu gehören neben Gebühren für Prüfungen, Schreibutensilien oder Fachliteratur auch Fahrtkosten für eine Übergangszeit (drei Monate höchstens) sowie Verpflegungskosten, wenn sich die Bildungsstätte nicht im Ort der Arbeitsstätte befindet.

Tipp 17: Arbeitszimmer. Besitzen Sie in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung ein extra Zimmer, das sich durch Ausstattung und Nutzung als berufliches Arbeitszimmer auszeichnet, können Sie Miete, Nebenkosten, Kosten zur Renovierung, Ausstattung oder Abschreibung bis zu einem Betrag von 1.250€ als Werbungskosten oder Betriebsausgaben jährlich abziehen. Diese Höchstgrenze ist für das gesamte Arbeitszimmer und wird nicht für jede, in dem Zimmer arbeitende Person angesetzt. Voraussetzung für das steuerliche Absetzen ist, dass das Zimmer zum Großteil zu beruflichen Zwecken genutzt wird oder kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Eine private Mitbenutzung ist nur dann möglich, wenn sie weniger als 10% der Nutzungszeit beträgt; private Gegenstände sind somit fernzuhalten. Außerdem muss das häusliche Arbeitszimmer durch eine Tür von den privaten Räumlichkeiten getrennt sein. Bestehen diese Faktoren nicht, ist das Zimmer nicht steuerlich absetzbar. Wenn das Arbeitszimmer hingegen das Zentrum Ihres Berufes ist, können Sie anfallende Kosten in voller Höhe abziehen, besonders wenn es sich um Existenzgründung handelt. Anrechnen dürfen Sie diese Kosten aber erst in dem Jahr, in dem Sie das Arbeitszimmer für berufliche Tätigkeiten nutzen. Die Grenze von 1.250€ bei einem häuslichen Arbeitszimmer bleibt aber bestehen, da sie jährlich angesetzt ist.

Auch Studenten oder Auszubildende können ein beruflich genutztes Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Werden Arbeiten für einen Auftrag- oder Arbeitgeber verrichtet, als Selbstständiger oder Vermieter das Vermögen verwaltet oder Pläne gemacht, oder Fortbildungen vorgenommen, so können Kosten für das Arbeitszimmer als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder für Auszubildende auch als Sonderausgaben angegeben werden sofern ein separates Zimmer mit Büromöbeln ausgestattet ist und Sie dieses Zimmer nachweislich für berufliche Tätigkeiten nutzen.

Um Kosten unbegrenzt abzusetzen, muss ihr Arbeitszimmer, wie schon erwähnt, im Zentrum ihrer beruflichen Aktivität stehen. Das bedeutet, dass Sie geschäftliche Verrichtungen von zu Hause aus vornehmen. Sind Sie also Heimarbeiter, Journalist, Dolmetscher, Schriftsteller, Programmierer oder in einer anderen freiberuflichen Tätigkeit oder als Angestellter ohne Arbeitsplatz beim Arbeitgeber beschäftigt, kann Ihr häusliches Arbeitszimmer als Mittelpunkt ihres Berufes gesehen werden. Lehrer oder Handelsvertreter, die zwar teilweise von zu Hause aus arbeiten, das interne Arbeitszimmer aber nicht Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist, haben keinen Anspruch auf Absetzen von der Steuer. Ausnahmen gibt es jedoch, wenn beispielsweise der Lehrer in der Schule keinen eigenen Tisch hat, oder der Bereitschaftsdienst während außergeschäftlichen Zeiten von zu Hause aus verrichtet werden muss. Ausnahmefälle dieser Art sind abzuklären. Wenn Sie sich hingegen als Arbeitnehmer ein Arbeitszimmer eingerichtet haben, Ihnen aber bei Ihrem Arbeitgeber ein Zimmer zur Verfügung steht, wird ein häusliches Arbeitszimmer nicht anerkannt. Das geht nur, wenn Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Wenn Sie mehr als eine berufliche Tätigkeit in dem Arbeitszimmer ausüben, ist für jede einzelne Tätigkeit festzustellen, ob kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Demnach werden die Kosten prozentual an Höhe der Nutzung gemessen und aufgeteilt.

Teilen Sie sich das Arbeitszimmer mit einer anderen Person, ist der Höchstbetrag von 1.250€ auf beide Personen mit 650€ pro Person aufzuteilen.

Bei einem außerhäuslichen Arbeitszimmer gestaltet sich das Absetzen von der Steuer einfacher. Hier akzeptieren Finanzämter den Gebrauch als Arbeitszimmer ohne Komplikationen und anfallende Kosten können unbegrenzt abgesetzt werden.

Zu klären ist nun, ab wann es sich um ein Arbeitszimmer handelt. Um von dem Finanzamt als Arbeitszimmer angesehen zu werden, muss das Zimmer der Durchführung von Organisation, Verwaltung, gedanklicher, künstlerischer oder schriftlicher Arbeit dienen. Ein Raum in dem nur Material aufbewahrt wird, wie in einem Lagerraum beispielsweise, ist kein Arbeitszimmer.

Ferner muss geklärt werden, ob es sich bei Ihrem Arbeitszimmer um ein externes oder ein internes Zimmer handelt. Handelt es sich nämlich um ein Zimmer im eigenen Haus oder der privaten Wohnung, gibt es eine jährliche Grenze von 1.250€ (und im Falle einer ersten Berufsausbildung oder eines Erststudiums eine Grenze von 4.000€) für den Kostenabzug. Bei einem externen Arbeitszimmer hingegen können alle Kosten von der Steuer abgesetzt werden.

Ein als Arbeitszimmer genutzter Raum ist häuslich, wenn er in Ihrer Wohnung oder Haus liegt. Auch im selben Haus genutzte, zu ihrer Wohnung gehörende Räume wie Keller-, Speicher- oder Abstellraum, oder auch extra angemietete Räumlichkeiten im selben Mietobjekt werden als häusliches Arbeitszimmer angesehen, wenn sie an die eigene Wohnung angrenzen oder auf derselben Etage liegt. Ein separat angemieteter Raum auf einer anderen Ebene würde als außerhäusliches Arbeitszimmer gelten. Auch wenn das eigene Haus für Patienten oder anderes Publikum offen, und passend eingerichtet ist, wie beispielsweise bei einer Arztpraxis, einem Anwalts- oder Steuerberaterbüro, handelt es sich um ein externes Arbeitszimmer.

Abgesetzt werden können:

  • Miete und Nebenkosten
  • Renovierung/Instandsetzung
  • notwendige Ausstattung
  • Reinigungskosten

Praxistipp: In ergonomische Arbeitsmittel und eine gesunde Arbeitsplatzeinrichtung zu investieren, wie bspw. KAISER + KRAFT als Europas führendes Versandhaus für Betriebs-, Lager- und Büroausstattung sie anbietet, macht sich in der Steuererklärung bezahlt!

Tipp 18: Kredit zur Immobilienfinanzierung. Finanzieren Sie eine Immobilie, mit der Sie Mieteinkünfte erzielen wollen, mit einem Kredit, können Sie die Zinsen als Werbungskosten absetzen, sofern die Mittel ausschließlich für diesen Erwerb verwendet werden.

Tipp 19: Vermietung und Verpachtung. Beziehen Sie Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung unbeweglicher Güter wie Häusern, Wohnungen, oder Gewerbeflächen, können Sie Werbungskosten von der Steuer absetzen. Hierzu zählen Anschaffungskosten, Renovierungskosten, Instandhaltungskosten oder Betriebskosten.

Vermietung an Angehörige

In welcher Höhe diese Kosten abgezogen werden hängt von Ihren Mieteinnahmen ab. Voll anerkannt werden die Werbungskosten bei der Untergrenze für Miete, welche 66% der ortsüblichen Warmmiete beträgt. Damit haben Sie die höchste Einkommensteuerersparnis. Werden nicht alle Kosten anerkannt, steigen die steuerpflichtigen Einkünfte, die durch die Vermietung entstanden sind.

Zahlt Ihr Mieter demnach 50% der ortsüblichen Jahresmiete, können Sie auch nur 50% der Werbungskosten anrechnen lassen. Bei einer Jahresmiete von 70% hingegen können Sie die vollen 100% absetzen. Voraussetzung ist, dass der Mietvertrag auch alle Klauseln eines Mietvertrages an Dritte beinhaltet, und dass das Objekt unbefristet vermietet werden muss. Andernfalls verlangt das Finanzamt eine Überschussprognose, welche dazu führen könnte, dass Ihr Mietvertrag nicht anerkannt wird, wodurch eine Einbuße durch die Vermietung an Angehörige nicht verrechnet wird.

Achten Sie also auf steigende Ortsmieten und passen Ihre Miete beizeiten an.

Nachträgliche Mieterhöhungen werden vom Finanzamt abgelehnt.

Tipp 20: Steuerberater. Einige Steuerberatungskosten sind als Sonderausgaben abzusetzen.