Unsere Partnerportale:   wikicareer |  wikiimmobilie |  wikioutlets
 
TIPP DER REDAKTION

Steuererklärung

Eine Steuererklärung belegt alle steuerpflichtigen Einnahmen in einem Kalenderjahr, oder für Land- und Forstwirtschaft abweichend in einem Wirtschaftsjahr. Die Steuererklärung ist ein vorgedrucktes Formular, das dazu dient, die Steuerlast einzelner Personen auf Besteuerungsgrundlagen festzulegen. Zuständiges Amt für die Steuererklärung ist das Finanzamt im Wohnort oder der Gemeinde, das alle weiteren Berechnungen nach Abgabe der Steuererklärung einleitet.

Es gibt verschiedene Steuererklärungen für beispielsweise die Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer oder die Körperschaftsteuer und auch besondere Erklärungen für Erbschaft und Schenkung.

Durch die Abgabe der Steuererklärung werden Berechnungen angestellt, die die Steuerlast innerhalb eines Jahres belegen sollen. Nach diesen Berechnungen müssen gegebenenfalls Steuern nachgezahlt werden, oder der Steuerzahler bekommt Steuern zurück falls er zu hohe Vorauszahlungen geleistet hat.

Die Einkommensteuerlast kann durch das Absetzen verschiedener Beträge gesenkt werden.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Die Steuerpflicht ist aufzuteilen in beschränkte und unbeschränkte Steuerpflicht. Unbeschränkt steuerpflichtig ist jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat oder sich für gewöhnlich in Deutschland aufhält. Beschränkt steuerpflichtige Personen erzielen in Deutschland Einkommen, aber haben ihren Wohnsitz anderswo und leben auch nicht in Deutschland.

Ausgeschlossen von der Abgabe einer Steuererklärung sind Personen, die nur einer nichtselbstständigen Tätigkeit nachgegangen sind. Die Lohnsteuer als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer wird in diesem Fall automatisch und direkt beglichen.

Nur wenn der Arbeitnehmer zusätzlich noch mehr als 410€ jährlich verdient, mit dem Ehepartner zusammenveranlagt die Lohnsteuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit dem Faktorverfahren nutzt, oder den Arbeitgeber gewechselt hat, besteht die Pflicht zur Steuererklärung. Auch durch einen eingetragenen Freibetrag ist der Arbeitnehmer verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Arbeitslosen-, Kranken- oder Kurzarbeitergeld muss ebenfalls, sofern die Grenze von 410€ überschritten wird, auf einer Steuererklärung angegeben werden.

Bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig werden alle weiteren Arbeitsverhältnisse mit der Steuerklasse IV berechnet.

Frist für die Abgabe der Steuererklärung

Die Steuererklärung für das vergangene Jahr muss, wenn sie privat bearbeitet wird, bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Die Frist beginnt im Januar des Folgejahres und bemisst sich somit auf fünf Monate. Für 2015 muss die Steuererklärung zwischen Januar und Mai 2016 vorliegen. Eine Fristverlängerung ist auf begründeten Antrag möglich.

Bearbeitet ein Steuerberater die Steuererklärung, verlängert sich die Abgabefrist für die Steuererklärung bis zum 31. Dezember des Folgejahres. Eine freiwillige Steuererklärung muss spätestens am 31. Dezember vier Jahre auf das zu besteuernde Jahr eingereicht werden. Das wäre für das Jahr 2015 dann der 31.12.2019.

Praxistipp: felix1.de bietet innovative Steuerberatung für Privatpersonen und Unternehmen. Hier können Sie Ihre Belege einfach mit dem Smartphone fotografieren und mit der Beleg-Upload-App direkt an Ihren Steuerberater senden. Einfacher und bequemer geht's nicht!

Frist für die Steuererklärung

Bearbeitung Frist
Private Bearbeitung 31. Mai des Folgejahres
Durch den Steuerberater oder
einen Lohnsteuerhilfeverein
31. Dezember des Folgejahres
Freiwillig 31. Dezember vier Jahre später

Grundfreibetrag

Aktuell muss bis zu einem Einkommen von 8.130€ keine Einkommensteuer gezahlt werden. Im Jahre 2014 soll der Grundfreibetrag um weitere 224€ steigen, womit der Grundfreibetrag bei 8.354€ liegen wird.

Pauschalbeträge

Der Arbeitnehmer-Pauschalbetrag liegt aktuell bei 1.000€. Werbungskosten, die diesen Betrag unterschreiten, werden vom Finanzamt ohne Nachweise akzeptiert. Überscheiten die Werbungskosten diesen Betrag müssen Nachweise vorliegen.

Pauschalbeträge für Sonderausgaben wie beispielsweise Spenden, Berufsausbildungskosten für die erste Ausbildung, Vorsorgeaufwendungen oder die Kirchensteuer liegen bei 36€ für Singles. Höhere Aufwendungen können durch entsprechende Nachweise abgesetzt werden. Nicht nur Geldspenden gehören zu den Sonderausgaben. Auch Spenden in Form von Sachen oder Gegenständen können steuerlich abgesetzt werden, sofern eine Spendenbescheinigung über Wert und Zustand von der jeweiligen Organisation vorliegt.

Der Sparer-Pauschalbetrag liegt bei 801€ und steht Kapitalanlegern zur Verfügung.

Werbungskosten

Werbungskosten sind Beträge, die in direkter Verbindung mit der Arbeit auftreten und die Steuern entlasten sollen. Dazu gehören unter Anderem Fahrtkosten für den Arbeitsweg. Hier wird die Entfernungspauschale mit 0,30€ pro Kilometer genutzt, falls es keine Nachweise für höhere Kosten oder öffentliche Verkehrsmittel gibt.

Entfernungspauschale = Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit in km x Arbeitstage x 0,30€

Auch Unfallkosten, sofern sich der Unfall auf dem Arbeitsweg ereignet hat, können von der Steuer abgesetzt werden. Zu den Arbeitswegen gehören auch Dienstreisen oder beruflich bedingter Umzug. Absetzungsfähig sind demnach nicht nur die Kosten für die Reparatur, sondern auch Kosten für Leihwagen, Gutachter oder Abschleppdienst.

Weitere Werbungskosten sind Aufwendungen für Arbeitsmittel, Kontoführungsgebühren, Fortbildungskosten, Dienstreisen oder die Ausstattung des Arbeitszimmers.

Außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen übersteigen zumutbare durchschnittliche Belastungen in einem hohen Umfang. Die zumutbare Belastung wird in Prozent gemessen und liegt dann je nach Einkommen und Familienverhältnissen zwischen 1% und 7%. Dazu zählen Krankheitskosten, Bestattungskosten oder Scheidungskosten.

Besondere außergewöhnliche Belastungen werden nicht gesondert berechnet, sondern sind an Pauschalbeträge gebunden. So werden Kosten für Behinderungen oder Pflege in einer bestimmten Höhe anerkannt.

Kinder

Für Kinder die dieses Jahr geboren werden, sollte bei Zeiten die Steuerklasse des Elternteils abgeändert werden, der die Elternzeit am meisten nutzen wird. Maßgebend für die Berechnung ist nämlich die Steuerklasse zwölf Monate vor der Geburt. Für den Großteil der Paare ist Steuerklasse III am optimalsten und sollte mindestens sieben Monate eingetragen sein.

Betreuungskosten können ohne Angabe von Alter oder Grund bis zum Kindesalter von 14 Jahren von der Steuer abgesetzt werden. Ein absetzbarer Betrag von jährlich bis zu 4.000€ ist somit absetzbar. Unterrichtskosten oder Freizeitunternehmungen gehören nicht dazu.