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TIPP DER REDAKTION

Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld ist eine Sozialleistung zur finanziellen Absicherung im Falle der Arbeitslosigkeit. Zuständig für die monatlichen Zahlungen ist die Agentur für Arbeit, früher Arbeitsamt genannt.

Es gibt einen Regelsatz nachdem sich die Leistungen richten, der jedoch unter besonderen Lebensumständen aufgestockt werden kann. Dazu gehören beispielsweise Schwangerschaft oder gesundheitliche Gründe. Die Kosten für eine Wohnung werden separat in entsprechender Höhe gemäß den gesetzlichen Vorgaben übernommen. Der Regelsatz für Arbeitslosengeld II/Hartz IV für Alleinstehende beträgt seit Januar 2013 382,00€. Partner und Kinder erhalten dann weniger. Der Regelsatz soll alle Kosten abdecken, die im Alltag auftreten. Dazu gehören neben Nahrungsmitteln auch Bekleidung, Freizeitaktivitäten, Hausrat und Telekommunikation. Auch die Mietnebenkosten wie Strom, Gas und Warmwasser gehören mit in die Berechnung der Regelleistung. Die Heizkosten allerdings werden separat übernommen.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Arbeitslosengeld: Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II. Wer welche Art von Arbeitslosengeld beziehen kann ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Arbeitslosengeld I

Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat, wer aus einem sozialversicherungspflichten Arbeitsverhältnis in die Arbeitslosigkeit gerät. Das Arbeitslosengeld I bemisst sich an den bisherigen Beitragszahlungen in die Sozialversicherung.

Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld I:

  • Arbeitslosigkeit und auch keine vorübergehende Beschäftigung
    • Ausnahme: Nebenjob mit unter 15 Std./Woche. Jede Nebentätigkeit ist meldungspflichtig! Hier liegt der Freibetrag bei 165,00€, der Rest des Einkommens wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet.
  • Persönliche Meldung der Arbeitslosigkeit bei der Agentur für Arbeit innerhalb der vorgeschriebenen Frist
  • Erfüllung der Anwartschaftszeit:
    • eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für insgesamt 360 Tage vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
    • Zahlung der Beiträge in die Arbeitslosenversicherung
  • Weiterbildungsmaßnahmen müssen wahrgenommen werden können
  • Arbeitsvermittlung muss jederzeit möglich sein

Wie lange der Arbeitslose Arbeitslosengeld I beziehen kann richtet sich nach der Dauer des sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnisses sowie dem Alter des Arbeitslosen:

Dauer des versicherungspflichtigen Verhältnisses in Monaten Alter des Arbeitslosen Zahlung von Arbeitslosengeld I in Monaten
mindestens 12 bis 16 6
16 bis 20 8
20 bis 24 10
24 bis 30 12
30 bis 36 50 Jahre 15
36 bis 48 55 Jahre 18
ab 48 58 Jahre 24

Mit Eintritt der Rente endet der Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Ebenso endet der Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn der Anspruchszeitraum voll ausgeschöpft ist oder eine neue Arbeitsstelle gefunden wurde. Wurde keine neue Beschäftigung gefunden, kann der Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt werden.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes I richtet sich nach der Lohnsteuerklasse, der Anzahl der Kinder sowie dem Bundesland. Aktuell sind die Regelsätze der Bundesländer jedoch gleich. Zudem wird das Einkommen des letzten Jahres auf 365 Tage aufgeteilt und der tägliche Bedarf durch Abzug der Sozialversicherungspauschale mit 21% errechnet. Der tägliche Leistungssatz fällt je nach Lebenslage des Arbeitslosen also unterschiedlich aus. Dieser wird dann auf 30 Tage für einen Monat hochgerechnet.

Arbeitslosengeld II - Hartz IV

Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, ist eine versicherungsfreie Sozialleistung für Arbeitsuchende und dienst zur Grundsicherung des Lebensunterhaltes. Jeder der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und erwerbsfähig ist hat generell einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht jeder, der über 15 Jahre und unter 65 Jahre ist, und in keinem Beschäftigungsverhältnis steht. Außerdem muss der gewöhnliche Aufenthaltsort dazu Deutschland sein. Kinder unter 15 Jahren erhalten über die Erziehungsberechtigten Sozialhilfe, Personen über 65 Jahren können ebenfalls eine solche Sozialhilfe beantragen, falls die Rente zu gering ist.

Wie hoch die monatlichen Leistungen ausfallen hängt von wenigen Faktoren ab. Generell erhält ein Arbeitsloser die übliche Regelleistung plus Wohnungskosten und eventuell einem Mehrbedarf. Abhängig ist die Höhe der Regelleistung von der Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Regelsatz steigt mit steigendem Rentensatz.

Möchte der Arbeitslose in seine Rentenversicherung einzahlen, übernimmt der Staat dies mit 40,00€.

Die Wohnungskosten inklusive Heizkosten werden in angemessener Höhe übernommen. Dazu kann die Miete direkt an den Vermieter, oder auch erst an den Arbeitslosengeldempfänger überwiesen werden. Die Übernahme der Wohnungskosten in angemessener Höhe meint, dass pro Person eine bestimmte Anzahl an Quadratmetern und Kosten übernommen wird, welche sich an lokalen Gegebenheiten misst. Das sind generell für eine alleinstehende Person 45 qm, für zwei Personen 60 qm und für jede weitere Person oder jedes Kind ebenfalls weitere 15 qm.

Wer hinzuverdienen möchte, dem stehen Freibeträge zu. Das restliche Einkommen, das diese Freibeträge überschreitet, wird voll auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Das Arbeitslosengeld II wird unbefristet gezahlt, sofern alle Voraussetzungen für den Anspruch auf Hartz IV bestehen. Mit dem Eintritt der Rente wird das Arbeitslosengeld II von der Altersrente abgelöst.

Wer erhält Arbeitslosengeld?

Arbeitslosengeld kriegt, wer arbeitslos ist, sich arbeitslos meldet und die Anwartschaftszeit erfüllt hat. Das Dritte Sozialgesetzbuch (SGB III) beschreibt zwei Arten der Meldung:

1. Arbeitsuchendmeldung

Damit die Agentur für Arbeit Arbeitsuchende bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle unterstützen kann, ist eine Arbeitsuchendmeldung erforderlich.

Gesetzlich ist jeder, der in dem Wissen ist seine Arbeitsstelle zu verlieren, mindestens drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses verpflichtet sich arbeitsuchend zu melden. Wenn die drei Monate zur Arbeitsuchendmeldung nicht eingehalten werden können, weil die Kündigung beispielsweise erst zwei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt, muss die Meldung zur Arbeitssuche innerhalb von drei Tagen geschehen.

Diese Meldung muss persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit erfolgen, kann aber vorerst auch telefonisch oder online vorgenommen werden, bevor dann ein persönlicher Termin in der Agentur für Arbeit folgt.

Meldet sich ein Arbeitsuchender nicht rechtzeitig arbeitsuchend, kann dies zu einer Sperrzeit von einer Woche führen.

Für die Arbeitsuchendmeldung im Internet sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • ein vollständiger Lebenslauf
  • Kündigung, befristeter Arbeitsvertrag oder Ausbildungsvertrag, der eine Arbeitslosigkeit belegt

Die Anmeldung oder Registrierung erfolgt online in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Nun werden persönliche Daten abgefragt und die vorliegenden Daten an die Agentur für Arbeit übermittelt. Ein persönliches Gespräch wird über einen Rückruf der Agentur vereinbart. Hilfreich ist dieses Verfahren vor allem, weil sich der Arbeitslose gleich ein Profil anlegen kann, mit dem er online nach passenden Stellenangeboten der Arbeitsagentur suchen kann.

2. Arbeitslosmeldung

Wer Arbeitslosengeld beziehen möchte, muss sich in jedem Fall arbeitslos melden. Wer schon drei Monate vor Ende des Beschäftigungsverhältnisses über die Arbeitslosigkeit Bescheid weiß, sollte dies unverzüglich der zuständigen Agentur für Arbeit melden.

Die Arbeitslosmeldung und damit der Antrag auf Arbeitslosengeld müssen persönlich erfolgen und kann nicht online vorgenommen werden. Alle Formulare erhalten Arbeitslose in der Agentur für Arbeit.

Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld

Das Arbeitslosengeld kann verwehrt werden wenn der Arbeitslosengeld-Empfänger ...

Grund Sperrzeit des Arbeitslosengeldes
... sich zu spät arbeitsuchend gemeldet hat eine Woche
... keine Eigenbemühungen anstellt 2 Wochen
... eine verordnete Maßnahme abbricht oder nicht beginnt 1. Verstoß: 3 Wochen, 2. Verstoß: 3 Wochen, danach 12 Wochen
... ein Arbeitsangebot durch die Agentur für Arbeit ablehnt 1. Verstoß: 3 Wochen, 2. Verstoß: 3 Wochen, danach 12 Wochen
... durch ein vertragswidriges Verhalten die Kündigung erzwingt, oder durch einen Aufhebungsvertrag 3 - 12 Wochen
... das bestehende Arbeitsverhältnis ohne guten Grund aufgibt 12 Wochen

Auch wenn Terminen der Agentur für Arbeit nicht nachgegangen wird, kann eine Sperrzeit verhängt werden. Gute Gründe können jedoch immer die Sperrzeit senken oder sogar verhindern. Die Sperrzeit von Arbeitslosengeld I kann den Anspruch auf Arbeitslosengeld II bedeuten. Das muss jedoch individuell geprüft werden.