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TIPP DER REDAKTION

Schufa

Die Schufa Holding AG, kurz "Schufa", gibt Wirtschaftsauskünfte mit dem Ziel ihre Kunden vor Kreditausfällen zu schützen. Sie hat ihren Geschäftssitz in Wiesbaden. Kreditinstitute wie Banken und Sparkassen, Handelsunternehmen oder weitere Dienstleister zählen zu ihren Kunden.

Datenspeicherung und Datenschutz bei der Schufa

Die Schufa besitzt etwa 500 Millionen Daten von über 66 Millionen Personen. Das sind ungefähr dreiviertel der deutschen Bevölkerung. All diese Daten werden von der Schufa selbst gesammelt oder ihr über Vertragspartner übermittelt und in digitalen Akten zusammengestellt. Die Datenübermittlung der vertragspartner geschieht meist über eine Klausel im Vertrag des Kreditinstituts, welcher durch Unterschrift eingewilligt wird.

Die Schufa-Klausel besagte einst, dass nur die Kundendaten an die Schufa weitergegeben werden dürfen, bei denen sich die Kunden auch einverstanden erklären. Seit April 2010 gilt die Regelung, dass beschlossene Urteile wie beispielsweise die Insolvenz, sowie Vollstreckungstitel direkt an die Schufa übermittelt werden. Wurde der Kunde häufiger und mindestens zweimal ermahnt, werden seine Daten nach einer Androhung der Eintragung bei der Schufa ebendort eingetragen. Ebenso verzeichnet die Schufa alle öffentlichen und amtlichen Bekanntmachungen wie Zwangsvollstreckungen oder Pfändungsschutzkonten aus den Verzeichnissen der Amtsgerichte. Letztere Auskunft darf aber nur in einem einzigen Ausnahmefall an die Kreditinstitute übermittelt werden. Dieser Fall ist, wenn unsicher ist ob die Personen mehrere dieser Pfändungsschutzkonten hat. Dies wäre nämlich nicht zulässig. Auch ist umstritten ob es sich bei der Digitalisierung der Daten von den Amtsgerichten um einen zulässigen Vorgang handelt.

Inhalt des Schufa-Eintrags

Neben den allgemeinen Kontaktdaten wie

  • vollständiger Name
  • Geburtsdatum und -ort sowie Geburtsname und Geschlecht
  • Aktuelle und vergangene Anschriften

werden alle Gegenstände des Geschäfts aufgenommen:

  • alle Verträge inklusive Betrag und Laufzeit
  • Konteneröffnung sowie Kreditkarten.

Jedes abweichende Zahlungsverhalten und jeder Missbrauch von Konten wird ebenfalls vermerkt.

Bekanntmachungen durch öffentliche Verzeichnisse:

  • Eidesstaatliche Versicherung und Haftbefehl
  • Privatinsolvenz
  • Einstellung der Verbaucherinsolvenz

Außerdem werden Kreditanfragen nach Branche und Konditionsanfragen vermerkt.

Löschung der Schufa-Einträge

Wie lange Daten bei der Schufa eingetragen bleiben hängt vom individuellen Fall und den dazu gehörenden gesetzlichen Regelungen ab. Es bestehen jedoch in jedem Falle Speicherfristen, nach deren Ablauf die Daten automatisch gelöscht werden. Diese Speicherfrist beträgt in der Regel drei Jahre.

Wird der Zahlungsaufforderung kurzfristig nachgegangen, kann die Speicherfrist der Daten verkürzt werden. Das vorzeitige Löschen der Schufa-Einträge unterliegt bestimmten Kriterien:

  • der geforderte Betrag liegt unter 2.000€
  • der Betrag muss innerhalb von sechs Wochen beglichen werden
  • der Gläubiger muss die Forderung bei der Schufa als beglichen melden
  • bei der Forderung handelt es sich nicht um eine titulierte Forderung

Sind all diese Voraussetzungen gegeben, kann der negative Schufa-Eintrag gelöscht werden. Damit können kurze und einmalige Zahlungsunfähigkeiten keine weiteren Konsequenzen hervorrufen. Ist nur eine dieser Voraussetzungen nicht gegeben, bleibt der negative Schufa-Eintrag drei Jahre bestehen.

Die Löschung von Eidesstaatlichen Versicherungen oder Haftbefehlen geschieht automatisch nach Ablauf der Speicherfrist von drei Jahren. Eine vorzeitige Löschung von Eidesstaatlichen Versicherungen oder einem Haftbefehl kann nur aufgrund eines Löschungsbescheids des Vollstreckungsgerichts geschehen. Dazu muss ebenfalls die Schuldenbegleichung durch den Gläubiger schriftlich belegt werden. So kann der Eintrag im Schuldnerverzeichnis und daraufhin auch in den Daten der Schufa gelöscht werden.

Vorgehen der Schufa - Bonitätsprüfung

Im Jahr gibt die Schufa weit über 100 Millionen Anfragen zur Kreditfähigkeit. 1,5 Millionen von diesen Anfragen kommen dabei von Bürgern, die ihre eigene Bonität erfahren möchten.

Aber nicht nur Kreditinstitute können die Bonität von Privatpersonen und diese sich selbst prüfen, auch Unternehmen an sich können auf Kreditwürdigkeit getestet werden.

Die Schufa ordnet auf Anfrage der Vertragspartner die Verbraucher in eine Klassifizierung zwischen 1 und 100 ein. Diese soll die statistische Erwartung eines Kreditausfalls des Verbrauchers belegen. Diese wird anhand der gespeicherten Daten ermessen und entscheidet über Kreditvergabe oder Absage. Je höher der errechnete Wert ist, desto höher ist auch die Bonität des Verbrauchers. Ein niedriger Wert würde demnach zur Absage durch das Kreditinstitut führen. Wie allerdings genau dieser Wert berechnet wird gibt die Schufa nicht preis.