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Differenzkontrakte

Differenzkontrakte oder CFD (contract for difference) sind außerbörslich gehandelte Finanzinstrumente. Die Hebelwirkung dieser derivativen Instrumente bietet die Chance auf hohe Rendite, weist jedoch auch spezifische Risiken auf.

Entstehung und Definition

Differenzkontrakte entstanden ursprünglich an der Londoner Börse. Da kein An- oder Verkauf von Börsenwerten stattfindet, können Trader der LSE somit die dortige Stempelsteuer umgehen. Der Anleger erwirbt mit Beginn des Differenzkontraktes eine Forderung auf die Kursentwicklung des Basisproduktes. Der Geschäftspartner ist ein Broker, der außerbörslich agiert (OTC - over the counter). Der Anleger hat die Möglichkeit, die Position long (Kursanstieg vermutet) und short (fallender Kurs vermutet) zu notieren. Vom Volumen des Kontraktes wird nur eine Margin (Sicherheitsleistung für die Fälligkeit) von beispielsweise 10 % hinterlegt.

Die Glattstellung des Geschäfts wird nicht durch Wahrnehmung der Option erreicht, sondern durch Ausführung des Gegengeschäfts. Besitzt der Anleger also einen CFD auf den Kauf von Aktien, kann er diese Position durch den Verkauf der entsprechenden Menge Aktien schließen. Termine und Fristen sind bei CFD nicht üblich, bei einzelnen Brokern jedoch verfügbar.

CFD-Produkte

Als Unterform der Derivate können CFD für Aktien, Zinsen, Rohstoffe, Indizes (auch ETF und ETC), Devisen und Futures genutzt werden. Ein Handel ist auch außerhalb der Börsenzeiten möglich, muss jedoch über einen Broker durchgeführt werden. Einen aktuellen Vergleich unterschiedlicher Broker stellt beispielsweise Netzsieger bereit.

Chancen und Risiken

Ein Differenzkontrakt bietet die Möglichkeit hoher Renditen bei geringem Kapitaleinsatz. Beträgt der Hebel beispielsweise 10:1, erzielen 10 % Kapitaleinsatz den vollen Gewinn. Die Rendite ist somit um den Faktor 10 erhöht. Umgekehrt bedeutet dies jedoch, dass eine dem Kontrakt gegenläufige Entwicklung zu einem entsprechend erhöhten Verlust führen kann. Der Broker hat grundsätzlich das Recht, zur Deckung eigener Kosten einen Nachschuss des Anlegers zu fordern. Diese Nachschusspflicht und somit der Betrag des Verlustes sind nicht begrenzt. Manche Broker bieten in ihren Produkten an, den Anleger von der Nachschusspflicht zu befreien. Diese Sicherheit wird durch einen festen Knock-out-Kurs erreicht. Der maximale Verlust ist somit die Investition selbst sowie in ihrem Umfeld getätigte Kosten für den Spread, das Trading und die Kontoführung.

Werden CFD über Nacht gehalten, so fallen für die Sicherheitsleistung Finanzierungskosten (Zinsen) an. Beim außerbörslichen Handel besteht zudem die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der Gegenpartei. Die Risiken können durch die Wahl eines seriösen, solventen Brokers zugunsten des Anlegers beeinflusst werden. Einige Broker bieten zudem eine Demoversion für CFD-Trading an, wo interessierte Anleger ohne Verlustrisiko die Finanzprodukte testen können.

Einsatz in der Geldanlage

Mit längerer Haltedauer steigt aufgrund möglicherweise irrationaler Kursentwicklungen das Risiko einer dem Kontrakt gegengesetzten Entwicklung. Eine Dividende oder Zinsgewinn entsteht jedoch hierbei nicht. Daher empfehlen sich CFD für Daytrading und spekulative Anlageformen, nicht jedoch für langfristige Investments. Bei entsprechender Risikobereitschaft eignen sich CFD zur kurzfristigen Absicherung des eigenen Portfolios. Insbesondere die Möglichkeit, auch fallende Kurse zu Gewinnen zu nutzen, kann den Wertverlust des eigenen Depots in turbulenten Zeiten begrenzen oder sogar eine Wertsteigerung herbeiführen.

Steuerliche Behandlung

Grundsätzlich greift auch bei Gewinnen aus CFD-Geschäften die deutsche Abgeltungssteuer. Häufig befinden sich die Broker jedoch im Ausland. Der Steuerpflichtige ist somit selbst für die Übermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen im Rahmen der Steuererklärung verantwortlich. Erlittene Verluste werden zur Ermittlung der Steuerlast mit den Gewinnen verrechnet.